Praxisfälle

Drei vollständig durchgerechnete Fälle. Alle Annahmen sind ausdrücklich fiktiv; alle Zahlen stammen aus denselben Rechenfunktionen wie die Rechner.

Handel · fiktives Beispiel

Handel: Lohnt sich ein Rabatt?

Ausgangsfrage: Ein Händler überlegt, ein Produkt mit 10 % Rabatt anzubieten. Wie viel mehr müsste er verkaufen – und was bleibt am Ende?

Annahmen (fiktiv)

  • Fiktives Produkt: Nettopreis 100 €, variable Kosten (Einkauf und Versand) 80 € je Stück.
  • Fixkosten des Händlers: 1.500 € im Monat; bisher 100 Stück im Monat.
  • Der Rabatt könnte laut Vertriebsschätzung (reine Annahme) 140 statt 100 Stück bringen.

Rechnung

  1. 1. Beitrag je Stück

    Was trägt ein Stück zur Deckung der Fixkosten bei?

    • Deckungsbeitrag je Stück: 20,00 € je Stück
    • Gesamtdeckungsbeitrag bei 100 Stück: 2.000,00 €

    Deckungsbeitrag (DB) öffnen

  2. 2. Gewinn heute

    Mit den Fixkosten ergibt sich der Gewinn bei 100 Stück.

    • Gewinn bei 100 Stück im Monat: +500,00 €

    Gewinn & Zielgewinn öffnen

  3. 3. Wirkung des Rabatts

    Der Rabatt senkt den Beitrag je Stück. Wie viel mehr Absatz gleicht das aus?

    • Neuer Preis: 90,00 € je Einheit
    • Beitrag je Stück: 20,00 € je Einheit → 10,00 € je Einheit
    • Absatzfaktor: 2 × · Mehrabsatz: 100 %
    • Erforderliche Menge: 200 Einheiten im Monat

    Rabatt: nötiger Mehrabsatz öffnen

  4. 4. Gewinnschwelle mit Rabatt

    Ab wie vielen Stück deckt der Händler mit Rabattpreis seine Kosten?

    • Mindeststückzahl zur Kostendeckung: 150 Stück

    Break-even öffnen

Ergebnis

Mit 10 % Rabatt müsste der Händler seinen Absatz auf 200 Einheiten verdoppeln (100 % mehr), nur um denselben Deckungsbeitrag zu erzielen. Selbst die geschätzten 140 Stück ergäben −100,00 € statt +500,00 €.

Variantenvergleich

Ohne Rabatt (100 Stück) gegenüber Rabatt (90 €, 140 Stück). Beide Varianten gelten für denselben Zeitraum (Monat).

Ohne Rabatt (100 Stück) gegenüber Rabatt (90 €, 140 Stück)
KennzahlOhne RabattMit RabattDifferenz
Gewinn / Verlust+500,00 €−100,00 €−600,00 €
Umsatz10.000,00 €12.600,00 €+2.600,00 €
Variable Gesamtkosten8.000,00 €11.200,00 €+3.200,00 €
Gesamtkosten9.500,00 €12.700,00 €+3.200,00 €

Nächster sinnvoller Prüfschritt

Prüfe, ob 200 Stück im Monat überhaupt lieferbar und am Markt erreichbar sind – und ob ein anderes Mittel (z. B. kleinerer Rabatt, Bundle) besser trägt.

Übernommen werden nur die im Fall genannten fiktiven Werte; du kannst sie im Rechner durch eigene ersetzen.

Dienstleistung · fiktives Beispiel

Dienstleistung: Welcher Stundensatz trägt?

Ausgangsfrage: Eine Beraterin will wissen, ab wie vielen abrechenbaren Stunden im Monat sich ihr Stundensatz rechnet und was bleibt.

Annahmen (fiktiv)

  • Fiktive Beratung: Fixkosten (Büro, Software, Versicherungen, Eigenanteil) 4.800 € im Monat.
  • Von 160 Arbeitsstunden sind 120 Stunden abrechenbar (Verwaltung, Akquise, Urlaub abgezogen).
  • Verkaufspreis 65 € netto je Stunde; variable Kosten (Reise, Tools) 5 € je Stunde.

Rechnung

  1. 1. Kosten je abrechenbare Stunde

    Die Fixkosten werden auf die abrechenbaren Stunden verteilt.

    • Kosten je abrechenbare Stunde: 40,00 € je Stunde (bei 120 Stunden)
    • Dazu kommen 5 € variable Kosten: mindestens 45 € je Stunde bei voller Auslastung der 120 Stunden.

    Stundenkostensatz öffnen

  2. 2. Beitrag je Stunde

    Preis minus variable Kosten.

    • Beitrag je Stunde: 60,00 € je Stück

    Deckungsbeitrag (DB) öffnen

  3. 3. Mindestauslastung

    Wie viele abrechenbare Stunden braucht sie im Monat?

    • Mindeststückzahl (Stunden) zur Kostendeckung: 80 Stück im Monat

    Break-even öffnen

  4. 4. Ergebnis bei 100 Stunden

    Geplant sind 100 abrechenbare Stunden.

    • Gewinn: +1.200,00 € im Monat

    Gewinn & Zielgewinn öffnen

Ergebnis

Ab 80 Stück abrechenbaren Stunden im Monat sind die Kosten gedeckt. Bei 100 Stunden bleiben +1.200,00 €; die 20 Stunden Reserve bis zur Grenze von 120 abrechenbaren Stunden sind der Spielraum.

Variantenvergleich

Schwächerer Monat (90 Stunden) gegenüber starkem Monat (110 Stunden). Beide Varianten gelten für denselben Zeitraum (Monat).

Schwächerer Monat (90 Stunden) gegenüber starkem Monat (110 Stunden)
Kennzahl90 Stunden110 StundenDifferenz
Gewinn+600,00 €+1.800,00 €+1.200,00 €
Umsatz5.850,00 €7.150,00 €+1.300,00 €
Variable Gesamtkosten450,00 €550,00 €+100,00 €
Gesamtkosten5.250,00 €5.350,00 €+100,00 €

Nächster sinnvoller Prüfschritt

Prüfe, ob die geplanten 100 Stunden durch Aufträge belegt sind (Auslastung) und wie sich ein etwas höherer Stundensatz auswirkt.

Übernommen werden nur die im Fall genannten fiktiven Werte; du kannst sie im Rechner durch eigene ersetzen.

Produktion · fiktives Beispiel

Produktion: Reicht die Kapazität für das Gewinnziel?

Ausgangsfrage: Ein kleiner Hersteller will 5.000 € Gewinn im Monat erreichen. Wie viele Stück sind dafür nötig und schafft die Fertigung das?

Annahmen (fiktiv)

  • Fiktives Produkt: Verkaufspreis 12 € netto, variable Stückkosten (Material, Verpackung, Energie) 7 €.
  • Fixkosten (Miete, Maschinen, Gehälter) 15.000 € im Monat.
  • Die Fertigung schafft höchstens 4.000 Stück im Monat; geplant sind 3.600 Stück.

Rechnung

  1. 1. Beitrag je Stück

    Preis minus variable Stückkosten.

    • Deckungsbeitrag je Stück: 5,00 € je Stück

    Deckungsbeitrag (DB) öffnen

  2. 2. Gewinnschwelle

    Ab welcher Menge sind die Fixkosten gedeckt?

    • Mindeststückzahl zur Kostendeckung: 3.000 Stück im Monat
    • Positiver Gewinn ab: 3.001 Stück

    Break-even öffnen

  3. 3. Ergebnis bei Planmenge

    Was bleibt bei 3.600 Stück?

    • Gewinn: +3.000,00 € im Monat

    Gewinn & Zielgewinn öffnen

  4. 4. Menge für den Zielgewinn und Kapazität

    Für 5.000 € Gewinn werden mehr Stück gebraucht – passt das zur Kapazität von 4.000 Stück?

    • Benötigte Stückzahl für 5.000 € Gewinn: 4.000 Stück im Monat
    • Kapazität: 4.000 Stück im selben Monat → die Kapazität reicht genau (Reserve 0).

    Gewinn & Zielgewinn öffnen

Ergebnis

Die Gewinnschwelle liegt bei 3.000 Stück im Monat. Bei 3.600 Stück bleiben +3.000,00 €; für 5.000 € Gewinn braucht es 4.000 Stück – genau die Kapazität. Es gibt keine Reserve.

Variantenvergleich

Preis 12 € gegenüber Preis 13 € (jeweils 3.600 Stück im Monat). Beide Varianten gelten für denselben Zeitraum (Monat).

Preis 12 € gegenüber Preis 13 € (jeweils 3.600 Stück im Monat)
Kennzahl12 €13 €Differenz
Gewinn+3.000,00 €+6.600,00 €+3.600,00 €
Umsatz43.200,00 €46.800,00 €+3.600,00 €
Variable Gesamtkosten25.200,00 €25.200,00 €0,00 €
Gesamtkosten40.200,00 €40.200,00 €0,00 €

Nächster sinnvoller Prüfschritt

Prüfe, ob die Kapazität auch bei Ausfällen reicht und ob der höhere Preis (13 €) am Markt die geplante Menge noch trägt.

Übernommen werden nur die im Fall genannten fiktiven Werte; du kannst sie im Rechner durch eigene ersetzen.